Abgelegt unter: Stefan Feldmann
Das eine sagen, das andere tun: Für dieses politische Muster lieferte die SVP letzten Montag im Ustermer Gemeinderat ein schönes Beispiel. Mit einer Einzelinitiative wurde von einem Stimmbürger die Prüfung der Einführung des Konstruktiven Referendums auf Gemeindeebene verlangt. Mit dem Konstruktiven Referendum wird den Stimmberechtigten ermöglicht, nur nicht nur «Ja» oder «Nein» zu einer Vorlage zu sagen, sondern allenfalls mit einem ausformulierten Gegenvorschlag auch «Ja, aber» oder «Nein, sondern». Die Stimmberechtigten können ihre Meinung also differenzierter zum Ausdruck bringen, ein «demokratiepolitischer Fortschritt», wie die NZZ kürzlich schrieb.
Die Direkte Demokratie ist ja gemäss Selbstdeklaration das Spezialgebiet der SVP. Entscheide an der Urne seien die besten Entscheid, da sie nicht von Politikern gefällt würden, sondern vom Volk mit seinem gesunden Menschenverstand, tönt es diesbezüglich jeweils von Brunner, Mörgeli und Co. Für die SVP gilt: Der Volkswille ist der absolute Massstab, die absolute Richtschnur. Möglichst viel, ja eigentlich alles, soll an der Urne entschieden werden.
Die SVP Uster sieht dies offenbar etwas anders und votierte im Gemeinderat gegen die Einführung des Konstruktiven Referendums. Fraktionspräsident Rolf Denzler bezeichnete das Instrument als komplex, anspruchsvoll und kompliziert. Und brachte es zum Schluss kurz und knapp auf den Punkt: «Der Stimmbürger wird damit überfordert.» Man staunt und stellt fest, dass die SVP bezüglich politischer Intelligenz ganz offensichtlich eine hohe Meinung vom Stimmvolk hat.
2 Kommentare bisher
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@Alias: Warum das Eine tun und das Andere lassen? Herrn oder Frau “Alias” ist insofern zuzustimmen, dass Analysen eigener Verluste und Niederlagen stets stattfinden müssen. Bei der SP geschieht dies auch auf sämtlichen Ebenen ausgiebig und gründlich. Solche Analysen befreien einem jedoch nicht davon, auch Vorgehensweisen Anderer - vorleigend der SVP - genau unter die Lupe zu nehmen; das gehört zum politischen Alltag. Stefan Feldmann hat dies in seinem Beitrag in überzeugender Weise getan. Wenn “Alias”, der offensichtlich nicht den Mut hat, mit seinem Namen zu seiner Meinung zu stehen, dies als “dümmlich” bezeichnet, versucht er damit nur zu übertönen, dass er argumentativ nichts dagegen vorzubringen vermag. Und wenn er etwas, das er nicht widerlegen kann, nicht lesen will, so ist es ihm überlassen, dies halt nicht zu tun.
Kommentar von Marius Weder am 28.04.2010 um 14:36Einen Kommentar hinterlassen
Das grösste Problem der ganzen SP ist, dass man zu sehr darauf schaut, was sie SVP macht. Statt die Eigenen Verluste und Niederlagen (auf)richtig zu analysieren, verbringt man zuviel Zeit damit, mit dümmlichen Beiträgen die ‘Anderen’ zu diskreditieren. Ich will das hier nicht lesen müssen.
Kommentar von Alias am 26.04.2010 um 11:23