Uster bald autofrei?
Freitag, 15. Juni 2007, 22:46 Uhr
Abgelegt unter: Balthasar Thalmann

Super, die S15 soll bald auch am Wochenende fahren. Das bedeutet keine langen Kunstpausen mehr im HB, wenn man weiter in die Zentralschweiz oder Richtung Westschweiz fahren will. Die Bahnverbindungen von und nach Uster werden somit wesentlich verbessert und schneller. Auch soll das Bussystem in Uster weiter optimiert werden und gemäss Stadtrat ist Uster schon eine Velostadt. Über letzteres kann man sich streiten. Ich glaube, da gäbe es schon noch den einen oder anderen Punkt zu tun.
Wie auch immer. Mit dieser Entwicklung werden beste Voraussetzungen geschaffen, dass Uster bald praktisch autofrei ist. Denn wer braucht bei diesem ÖV-Angebot und Velowegen noch ein Auto? Um Möbel in der IKEA zu holen? Nein, für dies ist der Transporter von Mobility sowieso viel besser geeignet als der eigene Wagen. Für das Kletterwochende im Berner Oberland? Wohl kaum. Für den Wocheneinkauf in einem der Läden in Uster? Da ist die Variante Veloanhänger schneller und erst noch gesünder. Ja, das Auto hat im Ustermer Alltag bald nichts mehr zu suchen. Freuen wir uns also auf ruhige Strassen, auf Strassencafés ohne Lärm und Abgase und auf die Zeitungsschlagzeilen: „Autofrei – Uster setzt Masstäbe in Sachen Mobilität“.



Eine moderne Schule..
Mittwoch, 13. Juni 2007, 10:57 Uhr
Abgelegt unter: Lydia Haessig

…ist eine Schule für den ganzen Tag! Tagesstrukturen sollen an den Ustermer Schulen eingeführt werden. Dafür entscheidet sich das Stimmvolk am nächsten Sonntag: Für eine moderne Schule, für eine gute Bildung mit Chancengleichheit. PISA hat es gezeigt: Die Integrationskraft der Schweizer Schulen ist denkbar schlecht. Die Formel ist simpel: SchülerInnen mit bildungsnahem Hintergrund sind erfolgreich, SchülerInnen mit bildungsfernem Hintergrund erfolglos. Eine gute Bildung findet den ganzen Tag statt. Dazu braucht es schulergänzende Tagesstrukturen. Auch beim Mittagessen oder in Freizeitkursen nach der Schule werden Sprache, Codes und Mentalitäten vermittelt. Im Zusammensein lernen die Kinder voneinander und die Erwachsenen (sprich Lehrkräfte)von den Kindern, nicht in der Separation. Eine moderne Schule für alle Kinder wollen wir. Die Schule ist gratis, folglich müssen auch Tagesstrukturen gratis sein. Das wäre konsequent und logisch. Das ist eine Schwäche der Abstimmungsvorlage. Auf halbem Weg stehengeblieben ist sie. Die finanzielle Gleichstellung von Unterricht und schulergänzenden Strukturen muss in einem weitern Schritt nachfolgen.
Was die Vorlage gut löst ist die Kontinuität. Die Kinder müssen für mindestens ein Semester angemeldet werden, immer an den gleichen Wochentagen. Kontinuität braucht es in einem guten Tagesstrukturen-Modell, sonst ist es zum Scheitern verurteilt. Denkt man das Prinzip “eine gute Schule findet den ganzen Tag statt” zu Ende, verbringen die Kinder die ganze Woche in schulergänzenden Tagesstrukturen. Alle. Das ist konsequent und logisch. Das ist eine moderne Schule. Eine gute Bildung. Und beides wollen wir alle.



Nicht unsere Sache?
Dienstag, 5. Juni 2007, 17:21 Uhr
Abgelegt unter: Lydia Haessig

Wofür hat die Stadt Uster das Label “Energiestadt Uster” erhalten? Für eine verantwortungsbewusste Haltung der parlamentarischen bürgerlichen Mehrheit gegenüber der Natur und den künftigen Generationen jedenfalls nicht. Wie im Anzeiger von Uster zu lesen ist, haben die Fraktionen der SVP und der FDP sämtliche Ablehnungsanträge gegen die umweltpolitischen Anregungen der SP-Gemeinderätin Patricia Bernet im Gemeinderat durchgebracht. Es sei nicht Sache der Stadt das Kyotoprotokoll umzusetzen, wurde argumentiert. Nicht unsere Sache? Zuerst müssen die anderen? So äussern sich meine jugendlichen Schülerinnen und Schüler jeweils auch: Abfall trennen? Nur wenn es alle anderen auch machen. Doch Jugendliche wachsen noch. Sie entwickeln ihre Empathiefähigkeit und ihr Verantwortungsbewusstsein erst richtig. Ganz physiologisch: das Hirn ist noch nicht ausgereift in diesem Alter. Deshalb sind Vorbilder wichtig.
Einen Stromsparfonds für umweltfreundliche Energienutzungen einrichten will man auch nicht. Es gibt da wohl einige juristische Hindernisse. Das ist aber keine Begründung gegen die Einrichtung, einzig weil sie mit Schwierigkeiten verbunden ist. Man will es nicht. Warum nicht? Warum wollen diese gewählten Parlamentarierinnen und Parlamentarier sich nicht für die Umwelt einsetzen? Was stört sie daran? Selbst der Stadtrat hat sich zu diesen Vorlagen offenbar nicht geäussert. Auch die Regierungsmitglieder scheinen sich mit dem Label zufrieden zu geben. Eine starke klare Haltung für die Natur und die Umwelt erwarte ich von einer “Energiestadt”. Der Klimawandel ist nicht unsere Sache? Wirklich?



Denkverbot ignorieren
Dienstag, 5. Juni 2007, 14:29 Uhr
Abgelegt unter: Balthasar Thalmann

Mit 17:15 Stimmen hat der Gemeinderat an seiner Sitzung vom 4. Juni ein Postulat von Reto Dettli nicht überwiesen, wonach für das Gebiet um den Stadthofsaal eine strategische Planung zu erarbeiten sei. Mit fadenscheinigen Argumenten wurde von Seiten FDP und SVP dagegen argumentiert. Es glaubt doch nicht wirklich im ernst jemand daran, dass eine Neuausrichtung des Stadthofsaals Erfolg haben kann, wenn dies nicht in ein Gesamtkonzept eingebettet ist. Ich hoffe, der Stadtrat ignoriert diese destruktive Haltung und treibt Uster voran. Und dazu gehört auch ein attraktives Stadtzentrum (siehe Blogeintrag von Martin Bornhauser). Zudem hoffe ich schwer, dass die Bremsschuhpolitik der so genannt „Bürgerlichen“ bald ein Ende haben wird – im Sinne für die Wirtschaft, für die Bevölkerung, für unsere Stadt und für eine glaubwürdige und zukunftgerichtete Politik.