Aktuell
01.02.2010
Für eine effektive und effiziente Integration
Es gibt kaum eine Partei, welche in ihrem Parteiprogramm die Integration nicht als ein wichtiges Handlungsfeld der Politik hervorhebt. Und in der Tat: Die Integration von Mitmenschen aus anderen Kulturen und Sprachregionen ist eine der grössten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Doch was genau unter Integration zu verstehen ist und wie diese Aufgabe wahrgenommen wird, darüber gehen die Meinungen teilweise stark auseinander. Mit einer Leistungsmotion will die SP Uster diese Diskussion nun in der Stadt Uster anstossen.
Integration ist eine zentrale Aufgabe der kommunalen Behörden, schreiben die SP-Gemeindräte Balthasar Thalmann und Walter Strucken zur Begründung ihrer Ende Januar eingereichten Leistungsmotion. Integration sei aber nur dann effektiv und effizient, wenn die Aufgaben und Massnahmen der verschiedenen Behörden und Abteilungen aufeinander abgestimmt würden. Die beiden Motionäre fordern deshalb den Stadtrat, die Primarschulpflege, die Sozialbehörde und die Sekundarschulpflege auf, mit dem Globalbudget 2011 die Auswirkungen sowie die organisatorischen und finanziellen Folgen der Einführung einer ganzheitlichen Integrationspolitik darzulegen.
Verzettelte Zuständigkeit Gemäss den aktuellen Leistungsaufträgen steht die Integration von Fremdsprachigen und Menschen aus anderen Kulturen im Pflichtenheft diverser Abteilungen, so etwa in den Geschäftsfeldern Kultur, Sozialhilfe, Primarschule oder Sekundarschule. Die SP Uster anerkennt dabei, dass in Uster bereits heute eine breite Palette von Angeboten und Massnahmen zur Integration bestehen. Allerdings stellt sich die Frage, ob die verzettelte Zuständigkeit bezüglich Effektivität und Effizienz tatsächlich zielführend ist. Jüngster Ausschlag für die Diskussion zum Thema Integration hat die vorgesehene Verdoppelung des Angebots für Deutsch als Zweitsprache an der Primarschule gegeben.
Eine grundsätzliche Überprüfung der Umsetzung der Ziele der Ustermer Integrationspolitik ist auch deshalb angezeigt, weil sich seit 2001 verschiedene Rahmenbedingungen verändert haben, wie beispielsweise der Schliessung der Antenne Zürcher Oberland der Fachstelle Integration des Kantons oder aufgrund der neuen Möglichkeiten, welche den Gemeinden im Rahmen des neuen Volksschulgesetzes zugestanden wurden. Mit der Leistungsmotion soll der Anstoss für eine Überprüfung und Korrektur gegeben werden, so dass anschliessend der rote Faden erkennbar ist, dem entlang die verschiedenen Massnahmen behörden- und abteilungsübergreifend aufeinander abgestimmt werden.
Fördern und Fordern Für die SP Uster ist klar: In der Integrationspolitik helfen weder Schönrederei noch Sündenbock-Politik weiter. Eine moderne Integrationspoltik muss sich am Grundsatz «Fördern und Fordern» orientieren, wobei ein besonderes Augenmerk auf Kinder und Jugendliche (sowie deren Eltern) zu richten ist, damit ihnen gute Chancen in Bildung und Beruf eröffnet werden können. Je früher mit der Integrationsarbeit begonnen wird, desto effektiver und effizienter ist sie und desto weniger entstehen aufgrund der Perspektivlosigkeit der Jugendlichen Probleme wie Gewalt oder Vandalismus.

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