Aktuell

  28.10.2008

Krämeracker: Absturz des bürgerlichen Sparblindflugs

Die SP-Gemeinderatsfraktion ist empört über die jüngste Entwicklung beim Schulhausprojekt Krämeracker. Diese ist das Resultat eines bürgerlichen Sparblindflugs: Ohne Kenntnisse der Folgen und ohne Abklärungen der Machbarkeit wurde auf Druck der bürgerlichen Parteien das Kostendach für die Projektierung um Fr. 2 Mio. auf Fr. 23 Mio. gekürzt. Das Debakel zeigt zudem einmal mehr, dass die Stadtverwaltung von Uster in Baubelangen professioneller werden muss.

Der heute von der Primarschulpflege präsentierte Stand des Projekts Schulhaus Krämeracker ist aus Sicht der SP Uster ein Skandal. Die nun zu erwartenden Verzögerungen führen zu massiven Kostensteigerungen ohne Mehrwert und zu unhaltbaren Zuständen für die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte. Die SP-Gemeinderatsfraktion anerkennt zwar, dass angesichts der verfahrenen Situation die Suche nach neuen Lösungen unumgänglich ist. Sie ist aber dezidiert der Meinung, dass diese Suche nach neuen Lösungen umgehend und professionell an die Hand genommen werden und dem Gemeinderat periodisch Bericht darüber zu erstatten ist.

Der Stadtrat und die Primarschulpflege haben dem Gemeinderat ursprünglich einen Projektierungskredit für ein Projekt mit einem Kostendach von Fr. 25 Mio. vorgelegt. Offenbar ohne die tatsächliche Machbarkeit abzuklären, hat die zuständige FDP-Stadträtin dem Parlament auf Druck der bürgerlichen Parteien zugesichert, dass Einsparungen von Fr. 2 Mio. ohne Qualitätsverlust möglich seien – wie sich herausstellte, eine Fehleinschätzung. Offensichtlich war sowohl die Forderung der bürgerlichen Parteien wie auch die Auskunft der Primarschulpräsidentin ein Blindflug, welcher nun mit einem Absturz endet.

Die SP-Gemeinderatsfraktion stellt weiter die Kompetenz der Abteilung Finanzen in Baubelangen in Frage, welche das Projekt in Baumanagementfragen begleitete. Sowohl bei der Wettbewerbsausschreibung als auch bei der Bestellung der Jury sowie bei der konkreten Umsetzung wurden Fehler begangen. Eine Stadt wie Uster muss ihre Bauprojekte effizient und effektiv abwickeln und professionell begleiten können. Die Probleme, die bei zahlreichen Projekten in den letzten Jahren aufgetaucht sind (Schulhaus Oberuster, Freizeit- und Jugendzentrum Uster u.a.), zeigen, dass in der Verwaltung nicht genügend spezialisierten Personen zur Verfügung stehen. Die SP fordert daher den Stadtrat auf, dafür zu besorgt zu sein, dass die Baukompetenz in der Verwaltung gesteigert wird.

Die SP-Gemeinderatsfraktion wird sich weiterhin dafür stark machen, dass für öffentliche Bauten eine hohe gestalterische Qualität und Architekturwettbewerbe gefordert werden. Sie ist auch überzeugt, dass das pädagogische Konzept mit der Integration der Heilpädagogischen Schule ins Primarschulhaus weiterhin als Richtschnur für den Neubau des Schulhauses Krämeracker gelten muss. Ein schönes und funktionierendes Schulhaus ist die Stadt Uster der Quartierbevölkerung, der Lehrerschaft, aber insbesondere den Kindern schuldig.

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